#FutureFriday mit Bastian Lechner, Gründer und CEO von Catana Capital

13. Apr 2018

#FutureFriday mit Bastian Lechner, Gründer und CEO von Catana Capital

Titel: Bastian Lechner

In unserer Serie #FutureFriday sprechen wir mit Unternehmen aus dem Deutsche Börse Venture Network® über deren Zukunftspläne. Am Anfang der Serie stellten sich die Start-ups aus dem FinTech Hub vor. In den nächsten Folgen legen wir den Fokus auf Unternehmen, die in Frankfurt ansässig sind. Neben der Vorstellung der Start-ups wollen wir auch von ihnen wissen, welche Rolle der Standort Frankfurt für ihre erfolgreiche Unternehmenszukunft spielt.

Was an Catana Capital ist zukunftsweisend?

Der Fokus in der Asset Management-Branche verschiebt sich aktuell rapide von aktiven Managern hin zu passiven Vehikeln. Für einen verbesserten Entscheidungs- und Investmentprozess in der aktiven Vermögensverwaltung ist es daher dringend erforderlich, neue Konzepte zu erstellen und einzuführen. Der Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz setzt genau dort an und bringt „smarte“ Ansätze auch ins Asset Management ein. Unserer Einschätzung nach wird dieser Megatrend unserer Zeit massive Veränderungen und Umwälzungen für fast alle Bereiche der Industrie mit sich bringen. Daher haben wir uns bei Catana bereits vor Jahren entschieden, die alten Barrieren hinter uns zu lassen und die Zukunft dort aktiv mitzugestalten, wo Big Data und künstliche Intelligenz auf die Asset Management-Welt trifft.

Wie funktioniert das genau?

Catana analysiert täglich mehr als 1,5 Millionen Online-Meldungen die im Zusammenhang mit 44.000 verschiedenen Wertpapieren veröffentlicht werden. Das sind zum Beispiel Nachrichten, Artikel, Studien und Forschungsbeiträge sowie Blogs und Social Media Posts auf Deutsch, Englisch und Chinesisch. Diese werden rund um die Uhr mittels „Natural Language Processing“ in Echtzeit und vollautomatisiert ausgewertet. Vor sieben Jahren haben wir damit begonnen die hierfür notwendige Technologie zu entwickeln und die Daten zu sammeln. Auf Basis dieser Datenanalyse entwickelten wir vor drei Jahren ein einzigartiges, automatisiertes Investmentverfahren für den Aktienhandel – eine umfassende Lösung von der initialen Datenauswertung bis zur finalen Ordererteilung. Retail- und institutionelle Investoren können bei uns somit in Finanzprodukte investieren, die mittels künstlicher Intelligenz und Big Data gemanagt werden. Zusätzlich haben wir eine neuronale Netzwerkstrategie für den Handel in Devisenmärkten entwickelt. Diese wird auf einer täglichen Basis trainiert, um Muster in Kurszeitreihen zu finden und basierend darauf zu handeln.

Catana ist ein in Frankfurt gegründetes und hier ansässiges Unternehmen - was schätzt du besonders an diesem Standort?

Frankfurt bietet attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen und die aktuellen Entwicklungen rund um den Brexit werden die Bedeutung des Finanzplatzes weiter stärken. Gleichzeitig verfügt der Standort über eine hervorragende Infrastruktur und ermöglicht uns als Fintech die enge Verzahnung mit traditionellen Anbietern. Frankfurt ist aufgrund der Nähe zu wichtigen (potenziellen) Kunden und einem exzellenten Zugang zum qualifizierten Arbeitsmarkt, an dem kein Mangel an Finanzfachwissen herrscht, der ideale Standort für Catana Capital. Weitere Pluspunkte bieten verschiedene Förderprogramme der Stadt oder des Landes sowie eine aktive und sich stetig entwickelnde Fintech-Community mit idealen Vernetzungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt die Deutsche Börse tut hier viel.

Wie muss sich die Start-up-Region Frankfurt Rhein-Main deiner Meinung nach verändern, um noch mehr Start-ups und Investoren anzuziehen?

Die im Vergleich zu anderen deutschen Städten höhere Kostenbasis kann man nicht ändern, genauso wenig wie die relativ hohen Gehälter, die in großen Finanzinstituten gezahlt werden. Wobei Frankfurt diesbezüglich im internationalen Vergleich trotzdem noch attraktiv ist. Die Stadt kann aus unserer Sicht dadurch punkten, dass sie zunehmend spürbar eine Atmosphäre der „kreativen Offenheit“ entwickelt, in der Start-ups gut gedeihen können. Hervorzuheben ist besonders die Nähe zum traditionellen Finanzcluster. Aus der Sicht eines Fintechs gesprochen: Frankfurt hat aktuell die Chance, sich gemeinsam mit der neuen Generation von Fintechs als attraktiver und moderner Standort für das globale Finanzwesen zu etablieren. Dazu ist es notwendig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich für den Standort einsetzen: Politik, etablierte Firmen und Start-ups.

Wie habt ihr vor, zukünftig Talente für Catana Capital zu gewinnen und somit nach Frankfurt zu bringen?

In der Tat ist der Kampf um die besten Talente sehr anspruchsvoll. Der Arbeitsmarkt hat sich weltweit gewandelt und auf diesen Wandel kreativ zu reagieren wird für erfolgreiche Mitarbeitergewinnung unerlässlich werden. Catana versucht nicht nur mit neuartigen, hochinnovativen Produkten und einem disruptiven Asset Management-Ansatz zu punkten. Es erhöht seine Attraktivität auch mit einem sehr zentral gelegenen Büro in der Frankfurter Innenstadt sowie einer sehr ungezwungenen Arbeitsatmosphäre.

Wie könnte eurer Meinung nach die Kooperation zwischen Jungunternehmen weiter gefördert werden?

Das Angebot des Deutsche Börse Venture Networks, hochwertige Kontakte in einem breit gefächerten Netzwerk knüpfen zu können, legt hier aus unserer Sicht bereits einen wichtigen Grundstein. Besonders ist hierbei, dass nicht nur der Kontakt zu Investoren, sondern auch zu anderen Unternehmen und einem starken Partnernetzwerk hergestellt wird, sei es über die Get-together-Veranstaltungen oder die Community-Stammtische. Diese Art von Netzwerk-Plattform geht aus unserer Sicht exakt in die richtige Richtung.

Über Catana:

Die Catana Capital GmbH („Catana“) ist ein Technologieunternehmen mit Fokus auf Alternative Asset Management. Catana hat zwei Geschäftsfelder: Asset Management und Tailormade Client Solutions und bietet seinen Kunden digitale Vermögensverwaltungskonten an. Catana wurde im August 2015 als reguliertes Finanzinstitut im Sinne des § 32 KWG gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen wurde zuletzt als Fintech des Jahres in Deutschland 2017 (Early Stage), als innovativster deutscher Fonds 2017 und als bester deutscher Quant Asset Manager 2017 ausgezeichnet. 2018 plant Catana, einen Big Data-ETF gemeinsam mit einer deutschen Großbank aufzulegen und einen innovativen Publikumsfonds für Privatkunden in ihr Angebot aufzunehmen.

Über #FutureFriday:

Wie wird euer Produkt die Zukunft verändern? Welche Vision habt ihr für euer Unternehmen? Welches sind die größten Herausforderungen, die euch bevorstehen? Jeder Unternehmer hat ein fernes Ziel vor Augen – und in der Social-Media-Serie #FutureFriday erzählen die Mitglieder aus dem Deutsche Börse Venture Network darüber. In regelmäßigen Abständen werden immer freitags neue, interessante Beiträge über große Zukunftspläne veröffentlicht. Getreu dem Hashtag #FutureFriday. 

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