#FutureFriday mit Marc Tecklenburg, Founder und COO von insurtech group GmbH

22. Jun 2018

#FutureFriday mit Marc Tecklenburg, Founder und COO von insurtech group GmbH

Titel: Marc Tecklenburg

Könnten Sie uns einen kurzen Überblick über Insurtech Group geben?

Die insurtech group ist der digitale Servicedienstleister für Versicherungen und Versicherungsprodukte. Das Unternehmen wurde im Jahr 2016 gegründet und beschäftigt aktuell rund 50 Mitarbeiter. Wir sind kein klassisches Start-up mehr, da der Ursprung des Unternehmens mit der Gründung der repair management GmbH bereits acht Jahre zurückliegt. Wir haben jährliche Umsätze im zweistelligen Millionenbereich und erzielen ein positives Ergebnis. Unsere bisherigen Entwicklungen sind mit Eigenkapital und aus dem Cashflow selbst finanziert, für den geplanten weiteren Ausbau des Unternehmens wollen wir jedoch Kapitalgeber hinzuziehen.

Zur insurtech group gehören die easy insurance GmbH, die after sales europe GmbH, die insurtech services GmbH und die insurtech ventures GmbH sowie aktuell noch als Partnerunternehmen die repair management GmbH.

Was an Insurtech Group ist zukunftsweisend?

Digitale Technologien entwickeln sich zu einem immer wichtigeren Aspekt, auch die Versicherungswirtschaft muss sich an die neuen Herausforderungen anpassen. Aktuell wird nur ein kleiner Teil des deutschen Versicherungsmarktes über das Internet generiert, was für uns den Bedarf an digitalen Versicherungslösungen deutlich macht. Der richtige Einsatz der neuen Technologien kann die Effizienz und damit die Profitabilität steigern. Der Kunde und seine individuellen Bedürfnisse stehen im Fokus, er erwartet einen transparenten und einfachen Prozess – und wir bieten diesen! Wir wollen das Versicherungsgeschäft für den Verbraucher revolutionieren und digitalisieren, nicht als Konkurrent von Versicherungen und Maklern, sondern als deren Partner, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Wie funktioniert das genau?

Um die Herausforderungen, welche das digitale Zeitalter mit sich bringt, zu meistern, wird eine entsprechende Infrastruktur benötigt. Unsere plattformbasierten Services bieten modulare Lösungen für den Versicherungsvertrieb, das Schadensmanagement sowie die Vermarktung von Altgeräten/-teilen aus Schadensfällen. Dem Unternehmen liegen viele Informationen und Zahlen zu Versicherungen und Schadensfällen vor, diese werden für Smart Data-Analysen und das Scoring verwendet.

Die easy insurance GmbH ist eine All-in-One-Plattform für den digitalen Vertrieb und die Verwaltung von Annex-Versicherungen sowie zunächst Reise- oder Tierversicherungen. Diese Plattform führt Versicherungen, Makler sowie Händler und Endverbraucher zusammen. Easy insurance – das bedeutet für uns, dass wir einen kompletten Prozess von der Erstellung über den Vertrieb bis hin zur Schadensabwicklung sicher, einfach und transparent für unsere Partner übernehmen.

Diese Schadensabwicklung läuft über die repair management GmbH, welche als unabhängiger Servicemanager für Consumer Electronics agiert. Über unsere selbst entwickelten web- und cloudbasierten Plattformen sowie das angeschlossene europaweite Netzwerk von Servicewerkstätten werden pro Jahr über 250.000 Schadensfälle unter anderem von versicherten Smartphones und Tablets abgewickelt.

Im nächsten Schritt beschäftigt sich die after sales europe GmbH mit der professionellen Verwertung und fachgerechten Entsorgung von Elektroschrott und Altgeräten. Das Angebot richtet sich an Fachhändler, Werkstätten, Versicherungen und Netzbetreiber im Bereich Consumer Electronics und mobile Endgeräte.

Die insurtech services GmbH unterstützt Versicherungsunternehmen bei der Digitalisierung und dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur und der Services für den digitalen Vertrieb von Versicherungen. Außerdem stellen wir das Know-how beim Marketing zur Verfügung, insbesondere über Suchmaschinen und Social Media.

Insurtech Group ist ein in Frankfurt gegründetes und hier ansässiges Unternehmen – was schätzen Sie besonders an diesem Standort?

Gestartet ist das Unternehmen im Jahr 2010 mit der Gründung der repair management GmbH in Offenbach. In 2014 sind wir nach Frankfurt umgezogen – ein Standort, welcher uns nicht nur durch die hervorragende Infrastruktur, sondern auch durch die Nähe zu unseren Versicherungspartnern überzeugt hat. Dank der zentralen Lage in Deutschland und Europa ist Frankfurt ein Verkehrsknotenpunkt mit einer optimalen Anbindung zum Flughafen, zum Hauptbahnhof sowie zu den Autobahnen.

Wie muss sich die Start-up-Region Frankfurt Rhein-Main Ihrer Meinung nach verändern, um noch mehr Start-ups und Investoren anzuziehen?

Berlin kann die meisten Start-up-Gründungen in Deutschland nachweisen – absolut nachvollziehbar aufgrund des niedrigen Preisniveaus im Vergleich zu anderen deutschen und internationalen Städten. Als europäische Finanzmetropole im Herzen des Rhein-Main-Gebiets hat Frankfurt eine wichtige wirtschaftliche Stellung. Besonders im Fintech- und Insurtech-Bereich bietet Frankfurt vielversprechende Voraussetzungen. In den letzten Jahren haben sich einige Start-ups in diesen Branchen entwickelt.

Das Hauptproblem für die Start-up-Gründung in Frankfurt sehen wir im Mangel an passenden und vor allem günstigen Räumlichkeiten, in welchen die Gründer ihre innovativen Ideen entwickeln können. Ein weiterer negativer Aspekt ist das Fehlen von qualifizierten und preiswerten Fachkräften in allen Bereichen. Insgesamt muss eine gute Unterstützung für die Start-ups geschaffen werden. Als besonders wichtig empfinden wir den Austausch der Erfahrungen untereinander. Hierfür bietet das Deutsche Börse Venture Network bereits eine besonders gut geeignete Plattform.

Wie haben Sie vor, zukünftig Talente für Insurtech Group zu gewinnen und somit nach Frankfurt zu bringen?

Ein besonders hohes Risiko bei der Gründung eines Start-ups ist der Fachkräftemangel in Deutschland, auch für uns ist das Recruiting eine Herausforderung. Für die Zukunft und den Ausbau der einzelnen Subunternehmen, insbesondere für die insurtech services und insurtech ventures, wollen wir zukünftig neue Mitarbeiter akquirieren. Wir können mit einem vielseitigen Aufgabenbereich und dem Freiraum für kreative Ideen überzeugen. Gemeinsam mit unseren neuen Mitarbeitern wollen wir das Unternehmen erfolgreich weiterentwickeln. Die geplante Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft eröffnet uns weitere Perspektiven.

Wie könnte Ihrer Meinung nach die Kooperation zwischen Jungunternehmen weiter gefördert werden?

Die Möglichkeit zum Netzwerken mit anderen Start-ups ist für uns ein sehr wichtiger Aspekt. Der regelmäßige Austausch der Erfahrungen bei Events und Vorträgen, bietet hierfür die optimale Gelegenheit – auch wir sind gerne ein Teil solcher Netzwerkveranstaltungen. Der Zusammenschluss der Unternehmen über ein gemeinsames Netzwerk, wie das Deutsche Börse Venture Network, muss weiterhin stark gefördert werden, um die Ideen der Start-ups zu unterstützen und dadurch erfolgreich weiterzuentwickeln. 

Außerdem sehen wir Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten als eine Chance für junge Unternehmen. Viele Studenten haben kreative und neue Ideen, mit welchen sie unterstützend für Start-ups wirken können. Damit haben sie die Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Neugründung von Unternehmen zu sammeln und sich ein Netzwerk neben der akademischen Ausbildung aufzubauen.  

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