#FutureFriday mit QuoScient: „Firewall und Anti-Viren-Scanner reichen nicht“

20. Jul 2018

#FutureFriday mit QuoScient: „Firewall und Anti-Viren-Scanner reichen nicht“

In unserer „Future Friday“-Serie stellen wir regelmäßig Start-ups vor, die mit ihren Ideen die Zukunft verändern wollen. Heute haben wir mit Ioannis Bizimis, Co-Founder der QuoScient GmbH gesprochen. Das Frankfurter Start-up bietet automatisierten Schutz vor Cyberangriffen und hilft, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Titel: Ioannis Bizimis

Ioannis, kurz und knapp: Warum brauchen Unternehmen QuoScient?

Unser Kernprodukt QuoLab ist eine vollautomatisierte Plattform, um das Sicherheitsmanagement in Unternehmen zu steuern – von der kontinuierlichen Überwachung bis hin zum Notfallmanagement. Im Grunde löst QuoLab das Kernproblem von vielen Unternehmen: Meist fehlen einfach Sicherheitsexperten mit genug operativer Erfahrung.

Was an QuoScient ist zukunftsweisend?

QuoLab hat einen sehr hohen Automatisierungsgrad. Die Maschine macht das, was Menschen nicht mehr effizient erledigen können, weil es einfach zu komplex und die Informationsdichte zu hoch ist. Immer wiederkehrende Prozesse sollten auch gar nicht durch teures Personal erledigt werden. Ganz wichtig aber: QuoLab ersetzt den Menschen nicht. Es hilft, die kostbare Ressource Mensch in diesem Kontext zu skalieren. Außerdem beinhaltet unsere Plattform viele neue Ansätze aus dem Bereich Data Science, sie verarbeitet die Daten intelligent, filtert und analysiert sie aussagekräftig und macht sie verständlich. Das ist letztlich erfolgsentscheidend bei der Abwehr von Cyberangriffen.

Wie funktioniert das genau?

Da müsste ich sehr technisch werden, übrigens ein Hauptproblem, wenn es um Cybersicherheit geht: Nur wenige haben ein grundlegendes Verständnis für das, was da eigentlich passiert. Am liebsten möchte man einfach in eine Firewall und einen Anti-Viren-Scanner investieren und sich nicht mehr damit beschäftigen. Leider funktioniert das nicht. Denn Cyberangriffe entwickeln sich automatisiert weiter und nutzen die Digitalisierung zu ihrem Vorteil. Je vernetzter die Welt, desto angreifbarer ist sie. Wir helfen, aus der Fülle an möglichen kritischen Vorfällen die relevanten zu identifizieren. Und das Ganze in kürzerer Zeit, ohne zusätzliches Personal. Das ist die Zukunft von Security Operations.

QuoScient ist ein in Frankfurt gegründetes und hier ansässiges Unternehmen. Was schätzt du besonders an diesem Standort?

Wir waren von Beginn an eng mit der Finanzwelt verbunden und daher am Standort Frankfurt geblieben. Unser erster QuoLab-Kunde war dann auch eine Bank. Da wir aber nicht nur mit Kunden in Deutschland arbeiten, sondern auch die EU, Asien und die USA für uns interessante Märkte sind, schätzen wir den Standort Frankfurt sehr. Mitten im Herzen von Europa hat die Stadt eine optimale Anbindung an den Rest der Welt.

Wie muss sich die Start-up-Region Frankfurt/Rhein-Main deiner Meinung nach verändern, um noch mehr Start-ups und Investoren anzuziehen?

Frankfurt ist Deutschlands Finanzmetropole Nummer eins, jedoch sind nicht viele Frühphasen-Investoren im Rhein-Main-Gebiet ansässig. Diese anzusiedeln wäre ein Differenzierungsmerkmal und würde sicher den gesamten Standort pushen. Hilfreich wäre es auch, wenn sich öffentliche Auftraggeber und Start-ups vernetzen. Es ist quasi unmöglich, als Start-up da heranzukommen. Das wäre in manchen Fällen sinnvoller, als Förderungen. Ein Nachteil des Standorts sind zweifelsfrei die hohen Nebenkosten, der Finanzsektor treibt Löhne, Mieten und andere Ausgaben in die Höhe.

Wie hast du vor, zukünftig Talente für QuoScient zu gewinnen und somit nach Frankfurt zu bringen?

Talente gehen dahin, wo es interessante Jobs gibt. Das bieten wir bei QuoScient. Wir haben die Zahl unserer Mitarbeiter in zwei Jahren verdreifacht. Dabei haben wir Talente aus der Region, aus anderen Orten Deutschlands und aus dem Ausland angeworben. Uns ist wichtig, dass es einfach passt, nicht wo er oder sie herkommt. Bei QuoScient ist uns Innovation besonders wichtig. Daher haben wir bei uns die 80/20-Regel. 80 Prozent der Arbeitszeit beschäftigen sich die Mitarbeiter mit ihren Kernaufgaben. 20 Prozent der Arbeitszeit können sie in Innovationsprojekten verbringen. Außerdem respektieren wir den Wunsch nach mehr Flexibilität im Alltag. Unsere Kernarbeitszeiten beschränken sich auf wenige Stunden und Home Office ist möglich.  

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